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Geschichte der KG PPP

1936 – Aus der Chronik der Ältesten Ahlener Karnevalsgesellschaft „Pütt-Pott-Ploug“e.V.Aus altem Brauchtum Entstand eine neue TraditionGedanken zu erfolgreichen geschichtlichen Entwicklung der Ältesten Ahlener Karnevalsgesellschaft „Pütt-Pott-Ploug“ unter Mitverwendung von Aufzeichnungen ihres verstorbenen Mitbegründers Josef Longerich.Viele Jahre Ahlener Karneval! Richtig muss es heißen: Mehr als ein halbes Jahrhundert Entstehung, Werden und Wachsen der Ältesten Ahlener Karnevalsgesellschaft „Pütt-Pott-Ploug“. Sie selbst hat damit in diesem Zeitraum zwar nur erst einen kleinen Zeitabschnitt vollendet. Die größere Aufgabe, die sie damit geschaffen hat, liegt aber in der Fortführung einer vielhundertjährigen Tradition. Daraus entnehmen wir, dass der Ahlener Karneval an Jahren zwar sehr alt, die Ahlener KG „Pütt-Pott-Ploug“ aber auch noch verhältnismäßig jung ist. Sie hat aber die von ihr übernommene Verpflichtung, das heimatliche Brauchtum zu pflegen, von 1936 bis auf den heutigen Tag wahr gemacht.Schon in den erstem Protokollbuch, das noch aus dem Jahre 1935 datiert, schreibt der damalige Schriftführer der AKG, Herrmann Loseck, u. a.: „Es ist ein Mangel, dass in vielen Orten unserer Heimat das Brauchtum nur in Überlieferung weiterlebt, und es ist bedauerlich, dass im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte vieles der Vergessenheit anheim gefallen ist, was zu den kostbarsten Gütern unseres Volkstums zählt.“ Leider hat sich nur ganz selten eine Feder gefunden, welche die Gepflogenheiten, Sitten und Bräuche nicht nur in ihrem Stil und Charakter, sondern auch in ihrem Ausdruck festgehalten hat. Hieraus ersehen wir das Bemühen, in ganz besonderer Weise Brauchtumspflege treiben zu wollen. Wir wissen zwar, dass eh und je in unserer Stadt die Bevölkerung dem närrischen Treiben gehuldigt hat, dass von stehenden Vereinen in früheren Zeiten aber nur wenig die Rede ist, trotzdem sie sicherlich bestanden haben. Aus dem Protokollbuch geht weiter hervor, dass in den Jahren 1868 – 70 bereits schon ein Rosenmontagszug, wenn auch den damaligen zeit- und Bevölkerungsverhältnissen entsprechend, in kleinem Rahmen durchgeführt wurde. „Zugezogene Bürger waren es, die den Gedanken des Karnevals als Volksfest aller Kreise verwirklichen wollten“. So um 1884 „Damals sollte der Karneval erstmals nach rheinischem Muster aufgezogen werden, die losen Besprechungen nahmen festere Formen an, und vor allem dem alten Bürgermeister Hagemann ist es zuzuschreiben, dass die großzügigen Pläne verwirklicht werden konnten. Zwar waren große Schwierigkeiten zu überwinden. In zahlreichen geheimen Sitzungen bei Freunden und Gönnern wurden die Besprechungen abgehalten“. Es wurde schließlich auch in der Öffentlichkeit getagt, so bei Neuhaus, Rudolph; Köttendrop; Tovar, Hülshoff; Siebler, Schlesinger und andere bekannt. Sie waren z.B. auch noch mit der Geschichte der Ältesten Ahlener KG verbunden. Den protokollarischen Notizen zufolge soll nach dem Jahre 1884 lange Zeit alljährlich ein Rosenmontagzug in Ahlen durchgeführt worden sein. Um die Jahrhundertwende, infolge der Errichtung der Zeche, durch den 1. Weltkrieg und die ihm folgende Nachkriegszeit mit politischen Wirren hörte das Karnevalsleben in Ahlen vollends auf.Die „närrische Stille“ hielt an bis 1936. In diesem Jahr erhielt der Ahlener Karneval erneut Auftrieb und hat – zwar bedingt unterbrochen durch die Jahre des 2. Weltkrieges von 1939 – 1945 und die ersten Nachkriegsjahre bis 1950 – Bestand bis auf den heutigen Tag im Daseinjahr der Ältesten Karnevalsgesellschaft „Pütt-Pott-Ploug“, deren geschichtsreicher Entwicklung die folgenden Ausführungen gewidmet sein sollen.Man mag über den Sinn und Zweck des karnevalistischen Treibens streiten. Tatsache ist, dass die AKG „Pütt-Pott-Ploug“ und all ihre uns leider unbekannten Vorgänger in den frühen Jahrzehnten und Jahrhunderten zwei wichtige Aufgaben erfüllt haben, nämlich ihren Mitmenschen Frohsinn und Freude zu geben in der so genannten närrischen Session, zu der jeweils der 11.11. bis zur Gegenwart den Auftakt bildete, und wie es 1938 einmal in der „Ahlener Volkszeitung“ in einer karnevalistischen Nachbetrachtung hieß: „Altes westfälisches und damit ahlensisches Brauchtum hoch- und wach zu halten“. Wenn am Rande des Rosenmontagszug, der bekanntlich alljährlich viele tausend Auswärtige nach Ahlen gelockt hat, auch in mehr oder weniger besonderem Maße fremdenverkehrswerbend wirkt, so ist das eine gerne in Kauf genommene Beigabe. Das Wichtigste hat sich die Gesellschaft „Pütt-Pott-Ploug“ in dankenswerter Weise unterzogen. Nicht von der Sicht, dass die Tradition zwar irgendwie und irgendwann immer mal einen Anfang nimmt, sondern aus Pflege der Überlieferung des Althergebrachten, weil, wie es Altbundespräsident Theodor Heuss einmal sagte, „Tradition nicht machbar ist, sondern in Seelen geschichtlich bewahrt oder aus dem Erleben wächst“. In den Lexika wird die Tradition wie folgt gedeutet: „Mündliche Überlieferung, Fortpflanzung von Lehren, Sagen, mündlich überliefert, Brauch“. Um noch einmal mit Prof. Th. Heuss zu sprechen: „Es gibt eine Pflicht der Traditionspflege, sie blüht zumal im umgrenzten Raume, in der nicht forcierten, nicht gekünstelten Erhaltung überkommener Sitten …!“. Wenn wir nun folgend einblenden in die 60-jährige Geschichte des Ältesten Ahlener Karnevalsgesellschaft, so können wir dies schon bei ihrem sinnvollen Namen feststellen. „Pütt-Pott-Ploug“ Dieser Name symbolisiert schon sofort die Heimat, lässt uns erkennen, was sich in Ahlen tut: Pütt- der Name der heimatlichen Zeche, Pott- verkörpert den Begriff unserer ersten und führenden Emaille-Industrie und Ploug – kennzeichnet das bäuerliche Leben unserer Altvordern, die auch unsere Vorläufer im närrischen Treiben seit Jahrhunderten waren. Diese drei schlichten Worte deuten schon auf Tradition. Und die AKG kann stolz auf ihren Namen sein, den ihr schon im ersten Jahr ihres Bestehens der leider viel zu früh verstorbene, immer frohgelaunte und ideenreiche Narrensekretär Hans Güse (+) gab.Der symbolische Name der Ältesten Ahlener Karnevalsgesellschaft „Pütt-Pott-Ploug“weist nicht allein auf die Tradition, er deutet auch an, dass die Einwohnerschaft der Wersestadt Ahlen weit über ihre Grenzen hinaus bekannt und geschätzt als arbeitsfreudig, fleißig und strebsam ist. Sichtbare Zeugen dafür sind die zahlreichen gen Himmel ragenden Schlote der Zeche und Fabriken, in denen sich stündlich bei Tag und Nacht das Rad der Arbeit unaufhörlich dreht, neue Werte zu schaffen. Auch darin drückt sich die Symbolhaftigkeit der drei Buchstaben aus. Wer aber sein Tagewerk tut, darf auch mit fug und Recht Anspruch auf Entspannung, Freude und Frohsinn erheben. Und auch hier zeigt sich, dass die arbeitsame Bevölkerung unserer Stadt ein aufgeschlossenes Herz für sonnige Geselligkeit bewahrt hat, die ihren Ausdruck in den vielfältigen, schon zur Zeit unserer Vorfahren gepflegten Vereinsleben gefunden hat und auch heute noch immer wieder findet. Der „wiedererstandene“ vielhundertjährige Ahlener Karneval fand auch in einem der zahlreichen in der Stadt vertretenen Vereinen seine Geburtsstätte. Man schrieb den 5. Dezember 1935, als in einer Generalversammlung des Schützenvereins „Hoher Norden“ im Theresienhof (A. Dahm). Warendorfer Straße, die Vorbereitung zu einem Winterkränzchen beraten wurde. Dieses sollte einen karnevalistischen Charakter erhalten, mit Aufzug eines Elferrates, Büttreden, Schlagerliedern usw. Zwar hatte schon der Kriegerverein seit Jahren seinen traditionellen Rosenmontagsball ( unter seinem Vorsitzenden Jans Panik + ) veranstaltet, aber von ausgesprochenem närrischen Treiben oder karnevalistischem Vereinsleben, wie es vor der Jahrhundertwende in den Jahren von 1868 bis dahin in Ahlen geherrscht hatte, war um 1935/36 noch nicht wieder die Rede. Die schon eingangs angesprochene Gründung veranlasste den Verfasser dieser Abhandlung, in der von ihm damals redigierten „Ahlener Zeitung“ anzuregen, dem ehedem so florierenden närrischen Treiben neuen Impuls auf breiter Basis zu geben und wieder einen Karnevalsverein zu gründen. Die Anregung fiel bei einigen froh gestimmten Bürgern auf fruchtbaren Boden, so dass die Verwirklichung nicht lange auf sich warten ließ. Bereits am 22. Februar 1936 fand im Theresienhof eine erste karnevalistische Galaprunksitzung des Schützenvereins „Hoher Norden“ statt. Vorher hatten die verstorbenen Großhändler Heinrich Starp und der Gastwirt Alois Dahm ( Theresienhof ) bereits am 2. Februar 1936 eine närrische Sitzung mit den Freudenthälern, Münster, gestartet. Beide Veranstaltungen schlugen hundertprozentig ein.Wie ernst, aber auch begeistert sich die Initiatoren des „Hohen Norden“ mit den Vorbereitungen zu dieser ersten „Galaprunksitzung“ im Theresienhof beschäftigen, sollen folgende Zeilen aus einem Bericht der AV vom Freitag, 21.02.1936, besagen: „Mittwochabend hielt der Elferrat seine die Vorbereitungen abschließende Sitzung ab, die schon ganz im Zeichen der Narretei stand. Sie galt der grundlegenden Festsetzung des für die große Karnevalsprunksitzung am Samstag, 22.02.1936, vorgesehenen Programms. Schon Mittwochabend waren alle rein närrisch. „Wau, wau, jau, jau,“ den für dieses Jahr erwählte Schlachtruf ließ die Wände des Brunnenschen Lokals (heute Posthalterey), in dem die sehr aufschlussreiche Sitzung stattfand, erzittern. Und mehr als einmal wurde der von dem Hausdichter komponierte Büttmarsch „Ja, heut´ woll´n wir uns freu´n“ angestimmt – natürlich zur Probe. Man darf aber sagen, das der Elferrat und seine Trabanten, die an dem Abend versuchen werden, die Lachmuskeln der Ahlener in Bewegung zu bringen, ihren Schlager schon damals mit einem Elan an die Wand schmetterten, dass alles von den „Röllekes“ war.Dann kam das große Ereignis: die erste Karnevalsprunksitzung im SV „Hoher Norden“ am 22. Februar 1936 im Theresienhof (A. Dahm). Die „Ahlener Volkszeitung“ schrieb darüber u. a.: „Der vergangene Samstag brachte der Diamantenschürferstadt Ahlen ein heiter frohsinniges Erleben, ein wochenlang vorbereitetes fröhliches Geschehen, von dem schon Tage vorher die Stadt erfüllt war und woran sich all die vielen ungezählten Teilnehmer noch in später Zeit in herzlicher Freude erinnern werden. Mit dem Aufzug der Stadtwache am Samstagnachmittag durch Ahlens von Menschenmassen gefüllten Straßen nahm die Karnevalssitzung ihren Anfang. Zwei närrisch geschmückte große Wagen, besetzt mit der prinzlichen Stadtwache, Narren und der närrischen Kapelle, durchfuhren die Hauptverkehrsstraßen. Der Dorfpolizist Schwake gab der Ahlener Bevölkerung kund um zu wissen, was sich abends abspielen werde.“ Aus dem über zwei und eine halbe Spalte der Seite umfassende Bericht ist zu entnehmen, dass schon um 20:00 Uhr der Saal bis auf den letzten Platz besetzt war, aber immer noch drängten sich die Menschen hinein. „Der geräumige Saal war recht wirkungsvoll durchflutet von einem abwechslungsreichen prunkvollen Farbenbild. Rot, weiß, grün, blau, silber und gold wechselten, geschmackvoll belebt von närrischen Emblemen und Karikaturen.“ Hofnarr J. Brüggemann (Schittken +), über den an anderer Stelle noch mehr zu sagen ist, hatte die besondere, von ihm mit Schwung, Humor und Elan durchgeführte Aufgabe, mit den Narren den Büttmarsch und die vier verschiedenen Raketen einzuüben. „Von Oberzeremonien-Meister Rumpenhorst, Dorfpolizist Schwake und der Stadtwache angeführt, hielt der Elferrat unter Klängen des Büttenmarsches der Kapelle Gniegwitz seinen Einzug, immer wieder unterbrochen von den lauten Schlachtrufen “Wau, wau, jau, jau!“ Der Vollständigkeit halber seien hier einige Namen festgehalten. Die feen- und fabelhafte Dekoration des Theresienhofes besorgten H. Mesken (+), Alois Berenbrok (+) und Franz Lohmann (+). Als Hausdichter des Büttmarsches „Ja, heut´woll´n wir uns freu´n“ amtierte Hermann Dammann sen. (+). In der Bütt produzierten sich Hermann Rütten sen. (+), Hof-Narr „Schittken“ Brüggemann (+), Jos. Schäfer (+), Job Rebmann (+), Frau Schäfer sen. (+) und Prologsprecher war der Page Georg Dammann (+). Dem ersten Elferrat im SV Hoher Norden gehörten an: Präsident Jos. Schäfer (+), Vizepräsident Franz Elschen (+), Al. Berenbrock (+), Johann Flötotto (+), Fritz Holtmann (+), Bernh. Hüttemann (+), Peter Rogmann (+), Hermann Rütten sen. (+), und Hermann Wöhlert (+).Die Presse beurteilte abschließend den Abend mit folgenden Worten: „War dieses Jahr der Erfolg schon gut und verheißungsvoll, das Jahr 1937 wird die AKG auf der ganzen Linie in großer, noch pompöserer Aufmachung sehen! Die Ahlener Karnevalsgemeinschaft von 1936 steht und wird auch in Zukunft Ahlen mit ihren Freuden beglücken: wau, wau, jau, jau!“Damit war der Anfang gemacht. Am Himmelfahrtstag, dem 21.05.1936, wurde nun die Gründung der AKG in der historischen Gaststätte Sandgathe, in der schon die frühere KG um 1890 herum gegründet worden war, vollzogen. Die offizielle Feier zur Gründung erfolgte aber erst am Samstag, dem 13. Juni 1936 im Saal des Hotel Neuhaus in Anwesenheit des Elferrates der KG Freudenthal Münster von 1833 unter ihrem Präsidenten Pinkus Müller (+), dem singenden Bierbrauer. Die Freudenthäler aus der Provinzialhauptstadt standen also Taufpaten. Pinkus Müller (+) sprach, Bürgermeister Hackethal (+) und Frau Else (+) sorgten für die nötige Unterhaltung. Die „Glocke“ schloss ihren begeisterten Bericht über die Gründungsfeier mit den Worten: „Wenn die AKG „Pütt-Pott-Ploug“, die bereits schon über eine ansehnliche Zahl an Mitglieder verfügt, in diesem Sinne mit dem selben Schwung und der gleichen Begeisterung weiterarbeitet, dann muss es ja klappen. Der AKG Ahlen anzugehören ist Ehrensache eines jeden von uns.“Dann nahm die Ahlener Karnevalsgesellschaft „Pütt-Pott-Ploug“ die Arbeit auf, deren großes Ziel es war, bereits 1937 einen großen Zug am Rosenmontag in Ahlen zu starten. Das Motto lautete: „Kikeriki, bis de Hahn kreiht: Wau-wau, jau-jau!“ Die Pläne sahen in der Vorbereitung 4 Großveranstaltungen und den Karnevalszug vor. Es waren dazu umfangreiche Vorbereitungen erforderlich, die von den bereits genannten wenigen Mitgliedern des kleinen Rates durchgeführt werden mussten. Oft und öfter musste getagt und beraten werden. Dass man mit großer Begeisterung an die Arbeit ging, erhellt daraus, dass bereits am Freitag, dem 29. Januar 1937 in der Person des bekannten Gastwirts Berkel (Bernh.) Becklas (+) der erste Prinz Karneval gefunden wurde und am Mittwoch, dem 3. Februar seine feierliche Inthronisation in seiner Gaststätte im Hansahof erfolgen konnte. Sr. Tollotät Prinz Berkel I. (+) Triumphzug am Rosenmontag 1937 umfasste allein 23 Wagen und 31 Fußgruppen. Der Huldigungsakt für den Prinzen durch die Stadtverwaltung wurde nachmittags um 16Uhr auf dem von Tausenden umstandenen Marktplatz zu einem Triumph für den beliebten Berkel Becklas (+). Auf den Prunkveranstaltungen wurden neue Talente als Schlagerdichter und Büttredner entdeckt. Gersch (+) liefert den Text, Alfred Plathe (+) aus Ahlen die Musik zu dem Schlager „De Libbet“. Die Presse war sich im Urteil über den Ahlener Rosenmontagszug einig. „Sehr schön, sehr originell, witzreich und humorvoll. Es war, und dass muss immer wieder betont werden, einfach glänzend, und unser Narrenvolk hat wirklich Großartiges geleistet. In nächsten Jahr wird es noch besser werden und noch zackiger klappen – im Zeichen des „Kieriki“, des zum Symbol des Ahlener Karnevals gewählten Hahnes.Schon am 22.09.1937 nahm der kleine Rat der AKG die Arbeit zu den Vorbereitungen der neuen Session wieder auf. In Zusammenarbeit mit dem damals zusätzlich fungierenden „Großen Ausschuss“ (heute Elferrat und Senatoren) wurde das Programm für 1938 aufgestellt. Dass man auf den Erfolgen des letzten Jahres aufbauen wollte, zeigten die geplanten zehn Veranstaltungen. Traditionsgemäß wurde die Session am 11.11.1937, diesmal im Hansahof (bei Exprinzen Berkel (+)) schwungvoll eröffnet. Dann folgten weitere Veranstaltungen bis zu den „3 tollen Tagen“ im Februar 1938, die unter dem Motto „Ganz Ahlen steiht Kopp und lacht sick dot!“ standen. Wie intensiv vor einem halben Jahrhundert die Ahlener Karnevallisten bei der Vorbereitungsarbeit für das Vaterstädtische Volksfest waren, lassen einige Überschriften der „Ahlener Volkszeitung“ des Jahres 1937 erkennen, die lauten: „Der Ahlener Karneval ruft“ (ein Gedicht von Bernh. Brückner (+), „Ahlens Poeten und Humoristen an die Front“ (damals lockte sie noch der Idealismus und die Ehre, mitmachen zu dürfen, heute zieht es nur wer am meisten zahlt!!!), „Am 11.11. geht es los!“ „Blick in die Arbeitskammer des Ahlener Karnevals“, „Ahlen zur Karnevalseröffnug gerüstet“ und schließlich „Der Elfte im Elften ist da!“ Die Glocke, Ausgabe Ahlen, überschrieb am 15.11.1937 ihren Artikel über die prunkvolle Eröffnugssitzung der AKG mit „Der ganze Schützenhof stand Kopf!“ und der damalige Schriftleiter Paul Adler (+) bemerkte zur Einleitung u. a.: „Als ich Donnerstagnacht – es mag so gegen 2 Uhr gewesen sein – mit meinen Siebensachen unter dem Arm die gastliche Stätt des Schützenhofes verließ, wo bekanntlich die große Eröffnungsfeier der AKG „Pütt-Pott_ploug“ stattfand, da meinte ein steif wie ein Besenstiel an der Theke stehender zünftiger Narr, der sich, vermutlich in Anbetracht des großen Erfolges dieses Abends, kräftig einen hinter die Binde gegossen hatte, in etwas stotternder Weise zu mir: „Hochwohlgeborener Herr AKK- und Pressephotograph, bleiben Sie ruhig noch ein paar Tage, hier ist noch längst kein Schluss. Jetzt geht´s richtig rund!“. Dass es den ganzen Abend „rund ging“, kann man wohl sagen. Alle, die da waren und die die Freude und die Pracht, die Stimmung und die fröhliche Ausgelassenheit miterlebt haben, werden zugeben müssen, dass die Veranstaltung wohl mit einer der schönsten ihrer Art war, ein Schuss mehr wäre bestimmt des Guten zuviel gewesen.“ Aus jenen Jahren seien auch einige Namen derjenigen Akteure genannt, die aktiv auf der Bühne die Programme mitgestalteten, sei es als Schlagersänger, Büttredner, Texter oder Komponisten: immer wieder „Schittken“ Brüggemann (+), dann der unverwüstliche Erich Rudolph (+) und sein Bruder Alfred (+), die uns manch schönen Ahlener Schlager in plattdeutscher Sprache schenkten. In die Bütt stiegen ferner Hermann Rütten sen. (+) vom SV „Hoher Norden“, Erwin Smit, ein damals viel versprechender Jungkarnevalist, Waltraud Vonden, Fritz Brand (+), Job Vonden (+), „Charlie“ Brosius (+), Antonio de Costa (+) u. a. mehr. Aber auch bei den Vorbereitungen machten sich verdient Fritz Fröhlich (+) (Dekorationen), Richard Schlesinger (+) und nicht zu vergessen Karl Gerland (+), dem die prächtigen, unvergleichlich schönen, witzigen und originell-ideenreichen Rosenmontagzüge zu verdanken waren. Am Samstag, dem 22. Februar 1938 nahm Prinz Berkel I. (+) in seinem Restaurant Hansahof Abschied von den fröhlichen Närrinnen und Narren.Der alte Prinz ist tot, es lebe die neue Tollität. Dieses ein wenig abgeänderte Wort beim Majestätenwechsel gilt auch alljährlich für das Kommen und Gehen der Narrenfürsten, wenn auch nicht sprichwörtlich. Prinz Berkel (+) hatte Abschied genommen. Mit ihm war ein volkstümlicher Narrenprinz abgetreten. Vor der Tür aber stand schon sein Nachfolger, den die AKG in dem Gastwirt Köppken I. (Bernh. Hüttemann (+)) gefunden hatte. Am Sonntag den 6. Februar 1938 wurde er in der Prunkveranstaltung im Theresienhof feierlich inthronisiert. Unter der Schlagzeile „Ganz Ahlen stäonn und steiht Kopp!“ schrieb die Ahlener Volkszeitung in ihrer Ausgabe vom 8. Februar über seine Inthronisierung u. a.: „Den Höhepunkt des Abends bildete unstreitig die Inthronisierung des neuen Karnevalsprinzen, um den sich in 11. Abendstunde das Geheimnis endlich lüftete. In feierlichem Aufmarsch wurde die neue Tollität eingeholt und als Herrscher der Narrhalla Ahlensis für 1938 vorgestellt. Da setzte ein unbeschreiblicher Jubel ein, die Narretei erlebte in diesem Augenblick ihren Höhepunkt: Schunkeln, Singen, Klatschen, eine Begeisterung ohne Ende. Das war für „Köppken“ (+) ein Beweis seiner Beliebtheit und dass der kleine Rat in ihm den richtigen Nachfolger für Berkel I. gefunden hat.“ In der Ahlener Ausgabe der „Glocke“ vom 08. Februar 1938 war u. a. zu lesen.: „Ahlens Karneval! Nach dieser glanzvollen Sitzung Sonntagabend im Theresienhof kann man neidlos feststellen: Er hat alle Kinderkrankheiten überwunden und schickt sich an, von sich reden zu machen, sogar über die Grenzen der 25.000 Einwohner zählenden Stadt hinaus. Alles, was mit Pütt-Pott-Ploug in Ahlen zu tun hat, ist von ihm erfasst… und der Knall der vielen Raketen, die abgeschlossen wurden, sollen sogar im Kirchspiel Beckum gehört worden sein. Mit Schunkeln und Tanzen war es mittlerweile 11 Uhr geworden. Mancher hatte sich auch schon in der Sektdiele einen „Antigrippin“ für 50 Rpf. (!!!) gekauft und damit sein „Herzchen“ auf höchste Touren gebracht. In diese gesunde Stimmung hinein platzte dann die Proklamierung des Prinzen Karneval. Se. Tollität Bernhard Hüttemann (+), in Ahlen und Werne nur bekannt unter seinen Beinamen „Köppken“. Er bewies an diesem Abend auch, dass er ein „Köppken“ hat. So viel Frohsinn und Lachen wie an diesem Abend dürfte der Theresienhof selten gesehen Haben. Es soll aber immer besser werden, und dass die Rechnung stimmt, dafür bürgen in Ahlen die „Elf im roten Frack“.Am 13.Februar 1938 gab es einen neuen Höhepunkt im Ahlener Karneval: Die AKG erwartete zu ihrer Prunksitzung im Schützenhof wieder die KG Freudenthal von1833 aus der Provinzhauptstadt Münster. Das Protokollbuch schrieb dazu u. a.: Der Schützenhof zeigt eine Sinfonie von Farbenschönheit, eine rauschende, glitzernde Pracht strahlt aus allen Ecken, so dass man sagen darf: Gold Silber und diamanten sind in einer nie gesehenen Fülle in bunt schimmernden Farbenspiel ausgeschüttet, ein herrliches Bild für das Auge. Über diese Veranstaltung berichtete die Ahlener Volkszeitung von „1000 Ahlener auf dem Fest der Feste“, während die Glocke schrieb „Ganz Ahlen ein Freudenthal“. Unter Senator Jans Panick (+), dem tatkräftigen Förderer der Bestrebungen der AKG, wurde an diesem Abend der erste AKG-Senat gebildet, in den, außer Bürgermeister Dr. Otto Jansen (+), aufgenommen wurde: Zeitungsverleger Josef Sommer (+), Fabrikant Wilhelm Westhues (+), Senator Gerd Körvers (+), Oberamtsrichter Alo Hüsemann (+) und Kaufmann H.G. Jürs (+). Am Rosenmontag, den 28. Februar 1938, beherrschte dann Se. Tollität Prinz „Köppken“ die Stadt Ahlen. Nach den Berichten und mündlichen Aussagen „Dabeigewesener“ „staon ganz Aohlen Kopp“ an den drei tollen Tagen. Vier Stunden lang bewegte sich der Rosenmontagszug mit seinen 42 Zugnummern und unzähligen Fußgruppen durch Ahlens Straßen, die von einer unübersehbaren singenden, schunkelnden und tanzenden, fröhlichen stimmungsgeladenen Narrenmenge, man zählte sie in viele tausend allein aus Hamm, dem Kreis Beckum und dem Amt Drensteinfurt, von wo sie per Bahn, mit Wagen und zu Fuß bzw. mit Fahrrädern kamen, umstanden waren. Dazu die Ahlener Bevölkerung, die fast restlos an dem närrischen Treiben lebhaften und freudigen Anteil nahm. Einige Tage vorher hatte die Ahlener Volkszeitung die erste Karnevalszeitung, zwar mit einem geringen Umfang von nur vier Großformatseiten, mit Illustrationen, Prinzenproklamation, Zugfolge, Witzen usw. herausgebracht. Die drei tollen Tage mit der feierlichen Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister und dem Triumphzug des Narrenfürsten sowie der traditionellen Beerdigung des Fastnachtsmannes, der nach der „Grabrede“ von Putz Hummels (+) mit Esslöffeln nach Väter Sitte beerdigt wurde, bildeten einen schönen Abschluss der Karnevalszeit 1938, die für die AKG ein unvergesslicher Erfolg war. Es verdient einiges aus dem damaligen Rosenmontagszug in die Erinnerung zu zurückzurufen: Des tollen Bombergs Hochzeitsreise, der Eisberg aus dem Hohen Norden, mit den Eskimos und Eisbären, die sich an Münsterländer Korn gütlich taten, der vom Finanzamt abgebaute Kuckuck, die Liebeslaube in der Rosengasse, der Kikeriki-Hahn der AKG, der dem Kater Rumskedi aus Beckum aufgesessen ist, die Zeitungsente oder „Mein Name ist Hase“ und so vieles andere mehr. Köstlich auch die zahlreichen Fußgruppentypen und die vielen, wohl an die zehn Kapellen, die ununterbrochen aufspielten. Das Volk kam ob des Humors, der Witzigkeit und Originalität nicht aus dem Lachen heraus. Überall drängten sich die Menschen, und wenn der Zug vorbei war, suchte man in der nächsten Straße einen neuen Platz zu ergattern, um sich noch einmal freuen zu können. Dass Ahlens Gaststätten gerappelt voll waren, sei nur am Rande erwähnt.Wieder galt die Parole: „Ahlener Karneval 1938 ist tot, es lebe die Ahlener Faschingszeit 1939!“ Noch am 21. Mai 1938 konnte die AKG in einer Versammlung einen stolzen Rechenschaftsbericht über die abgelaufene Session 1937/1938 ablegen und den Dank der Stadtverwaltung hören mit der Zusicherung weiterer Unterstützung, man plante da schon aufs neue für die neue Karnevalszeit. Sie sollte noch schöner, noch großartiger und noch toller werden. Am politischen Himmel zogen jedoch bereits die ersten dunklen Wolken herauf, die nichts gutes ahnen ließen. So entschloss man sich in der AKG-Sitzung am Freitag , 23. September 1938, in Anbetracht der ernsten Zeiten auf den Karnevalsauftakt zu verzichten. Damit verbunden war aber die Möglichkeit der Aufnahme der Vorbereitungen für die nächste Session, wenn sich die Verhältnisse gebessert hätten. Die politische Situation hatte sich nun doch soweit wieder geklärt, dass bereits am 07.10.1938 ein neuer Beschluss gefasst werden konnte, wonach die Vorbereitungen zum 11.11. für die Eröffnung der neuen Karnevalszeit in Angriff genommen wurden. Mit elf Veranstaltungen wollte die AKG das närrische Programm der Karnevalssession 1938/1939 bereichern. Am 12.11.1938 war die AKG bei der Hammer Karnevalsgesellschaft „Olle Dööhn“ zu Gast und hinterließ nach einem Bericht des „Westf. Kurier“ den besten Eindruck. Besagte Zeitung schrieb u.a.: „Karneval, die Freudenzeit, ist für alle da, - so sind wir stets zum Scherz bereit, Helau! Tata! Dieser Büttmarsch von „Menne“ Rütten (+) aus der AKG schallte am Samstag immer wieder durch den großen Saal des Westenschützenhofes. Man hatte die Ahlener KG „Pütt-Pott-Ploug“, die bereits zwei Jahre alt war, eingeladen. Diese lustige Schar von 70 Mitwirkenden hatte die Freude, nicht nur ein gut besetztes Haus (von über 800 Besuchern), sondern auch Besucher anzutreffen, die sich gern von dem bunten, lustigen Treiben mitreißen ließen. An diesem Abend konnte der alte, aber ewig junge Zeremonienmeister Richard Schlesinger (+), der noch im hohen Alter von 82 Jahren als Generalzeremonienmeister des Ahlener Karnevals und ältester aktiver Karnevallist Deutschlands im närrischen Treiben mitmachte, für seine langjährige Narretei besonders geehrt werden.Die Karnevalszeit 1938 war ausgeklungen. Gerade in diesem Jahr kam es besonders stark zum Ausdruck, dass die AKG „Pütt-Pott-Ploug“ nicht nur eine wirkliche Pflegerin alten, seit Jahrhunderten bestehenden Volksbrauchtums geworden war, sondern auch zu einem bedeutenden Faktor der heimischen Fremden- und Verkehrswerbung wurde, was eindeutig aus einer Aufforderung des damaligen Bürgermeisters Dr. Otto Jansen (+) (Senatspräsident der AKG) an die Ratsherren hervorging, sich in Zukunft tatkräftig für die Förderung des Ahlener Karnevals einzusetzen. Und die Presse (AV) schreib im gleichen Zusammenhang: „Wenn man die letzten Jahre verfolgt, darf man mit Freude feststellen, dass Ahlens Karnevalisten (eben die AKG) in unserer Stadt das wirtschaftliche Leben tatkräftig ankurbeln halfen, so dass man heute (1938) über Ahlens Grenzen etwas neidisch auf uns schaut, weil eben in der Faschingszeit der Zustrom auswärtiger Gäste nach Ahlen recht stark geworden ist und in Zukunft noch stärker werden wird!“ Diese Prognose erfüllte sich schon einige Monate später, beim Rosenmontagszug 1939. Dass sich die AKG alle Mühe gab, dem Ahlener Karneval immer stärkeren Impuls zu geben, geht aus dem Schluss des Arbeitsausschusses am Donnerstag, den 05.01.1939 hervor, wonach Schlager und Büttreden bzw. deren Interpreten gesucht wurden und die besten mit Geldpreisen bedacht werden sollten. Der Aufruf verhallte nicht. Hatte man in den vorhergehenden Jahren schon die Straßen und Lokale närrisch geschmückt, so wollte (und tat) man im Jahre 1939 noch mehr: durch die Presse richtete man an die Bürgerschaft die Bitte, ihre Häuser mit den Symbolen der AKG zu schmücken, der rot-weißen Fahnen, mit dem Kikeriki-Hahn, den man sich als Wappentier auserkoren hatte für den Ahlener Karneval. An den drei tollen Tagen prangte dann auch die Wersestadt im Schmuck tausender rot-weißer Fahnen mit dem AKG-Symbol zum Gruß nicht nur Sr. Tollität und seiner treuen Paladine, sondern auch der aus der näheren und weiteren Umgebung nach Ahlen strömenden auswärtigen Gäste.Noch konnte man nicht ahnen, dass das Jahr 1939 für lange Zeit den letzten Rosenmontagszug bringen sollte. Mit Hochdruck war in den Ausschüssen gearbeitet worden. Vom 15.01. bis 22.02.1939 standen zehn Veranstaltungen auf dem Programm, u. a. die drei tollen Tage mit der Stadtübergabe und dem Rosenmontagszug. Für die närrischen Hochtage sollte diesmal sogar ein besonderes Abzeichen von allen Einwohnern am Rock oder Kleide getragen werden. Und es geschah. Überhaupt war die Begeisterung der Bürgerschaft für den Ahlener Karneval, von der Industrie bis zum kleinsten Handwerksbetrieb, von dem Fabrikanten bis zu seinem jüngsten Lehrling, von dem höchsten Stadtbeamten bis zum städtischen Arbeiter, usw. sehr groß, dank der intensiven Werbearbeit der AKG. Widere Erwarten ergab sich durch die Belegung der großen Säle für die Durchführung der zahlreichen Veranstaltungen nicht nur der AKG, sondern auch der übrigen Ahlener Vereine, die von dem Karneval alle mehr oder weniger durch die AKG-Spritze infiziert waren, eine Schwierigkeit. Das hinderte aber nicht daran, dennoch das vaterstädtische Volksfest, wie es Bürgermeister und Senatspräsident Dr. Otto Jansen (+) nannte, eben in kleineren Räumen zu feiern – und vor allem auf den Rosenmontagszug nicht zu verzichten. Am 21. Januar 1939 hatte die Abschiedstunde Sr. Tollität Prinz „Köppken I.“ (+) geschlagen. Bei Gerd Kövers (+) auf der Weststraße fand die glänzend verlaufende Prinzenabschiedsfeier statt, der Heinrich Kramer (+), Hans Sandforth (+), „Schittken“ Brüggeman (+), Menne Rütten (+), Alfred Plathe (+), Exprinz Berkel (+), Senatspräsident Dr. Otto Jansen (+), Ehrensenator J. Panick (+) und der AKG-Präsident Job Schäfer (+) den unterhaltenden humorigen Rahmen gaben.Am Sonntag, 29. Januar 1939 startete dann der erste Schlager- und Büttredner-Wettbewerb, von dem die AV schrieb: „es war ein fröhlicher Abend voll strahlender Freude und lustiger Witze“. Bei der Prämierung der besten Schlager und Büttredner gab es folgende Sieger: Büttredner: 1. Preis Bernhard Schreiner (+), 2. Preis Hans Sandforth (+), Schlager: 1. Preis Alfred Plathe (+) und 2. Preis Bernhard Schreiner (+). Dass der Arbeitsausschuss der AKG damals „in permanenz“ arbeitete, geht daraus hervor, dass bereits am 31.01.1939 die Wahl des neuen Prinzen erfolgte. Sie fiel einstimmig auf den Gastwirt Gerd Kövers (+), Weststraße, der der Gesellschaft bereits als Senator angehörte. Man hatte wieder den richtigen Narrenfürsten gewählt, eine imposante Erscheinung, als Gastrat beliebt und geschätzt, der auch von Haus aus als Rheinländer Mutterwitz und Humor für sein schwieriges Amt als Freudenfürst mitbrachte. Die Prinzenkürung fand diesmal wegen der schon angesprochenen beengten Saalverhältnisse in seiner eigenen Gaststätte dann im Kolpinghaus statt und wurde zu einem prächtigen Abend, an dem bis zum Morgengrauen das Narrentreiben in beiden Gaststätten anhielt. Immer wieder erklangen aufs neue die von den heimischen Karnevalskomponisten und Dichtern vertonten und verfassten neuen Schlager. Karnevalisten, wie der ewig lächelnde „Schittken“ Brüggemann (+), der ein Witzbömbchen nach dem anderen platzen lassende Bernhard Schreiner (+), Menne Rütten (+), Stephan Panick (+), Erich Rudolph (+), Hans Sandforth (+) und Natz Navroth (+) als Musiker sorgten für Frohsinn und Freude.Unter dem Motto: „Mit 170 Sächelchen in die drei tollen Tage“ steuerte man dann dem Höhepunkt und Triumphzug der neuen Tollität entgegen. Am Rosenmontag, dem 22. Februar 1939 schrie der Kikerie-Hahn in aller Frühe schon: „Gans Aohlen steiht Kopp!“ So war es in des Wortes bester Bedeutung. Die Wersestadt war ein Flaggenmeer von rot-weißen Fahnen und Fähnchen mit dem AKG-Symbol. Die Werke, Büros und Schulen hatten um 12 Uhr ihre Pforten geschlossen. Schon kurz nach 13 Uhr füllten sich Straßen und Lokale. Die Metzger und Bäckerläden hatten vorsorglich aufgelassen und sich auf den Verkauf von Brötchen und Würstchen eingestellt. Von Nah und Fern brachten die Züge, Omnibusse und Privatwagen immer mehr Gäste in die Narrhalla Ahlensis, um den Triumphzug Sr. Tollität Prinz Gerd I. (+) zu erleben.Am Tage vorher (Sonntagnachmittag) hatte Ahlen schon den „feuchten Sturm“ auf das Rathaus und die widerstandslose Einnahme erlebt, bei welcher Gelegenheit 3000 Luftballons aufgelassen worden waren. Wenn die Presse damals schrieb: „Ahlen, die Stadt des Frohsinns, der Freude und des Humors – toll, toller , am tollsten!“ dann traf das den Nagel auf den Kopf, als der Rosenmontagszug mit weit über 30 Wagen, 10 Kapellen und unzähligen Fußgruppen sich durch die Straßen bewegte, durch die kaum ein Durch- und Fortkommen war. Der Höhepunkt des von Richard Schlesinger (+) mit dem Eselwagen eröffneten Zuges war der prunkvolle Prinzenwagen, von dem rund zehn Zentner Bonbons in die schunkelnde, singende und tanzende Menge geworfen wurde. Trotz Regen hielt man in den Straßen aus, um die ideenreichen Wagen, wie „Ahlener Straßenbahn“, „Was brauchen wir den (Beckum) wir bleiben in Ahlen beim Kikeriki“, „Wir suchen Baugelände für das neue Rathaus“, „A Vaules-Verkehrsauto“, „Der letzte Schrei – es war einmal (der Zopf)“ oder „Das Westentor gehört zum Westen, da stets am besten“, „Schwimmanstalt Ahlen“, „Der Ahlener Zo“ und so viele andere mehr immer wieder zu bestaunen. Um 13 Uhr hatte der Zug sich in Bewegung gesetzt und erst nach 17 Uhr war er beendet.Nach der „Beerdigung des Fastnachtsmannes“ am Mittwoch, bei der der unvergessliche Karl Kerkmann (+) die Abschiedrede hielt und alle Teilnehmer zu Tränen rührte, klang im Anschluss daran beim Senator Bernhard Gretenkort sen. (+) die Faschingszeit 1939 mit dem traditionellen Katerfrühstück aus. Senator Bernhard Gretenkort sen. – ein Mann von echtem Schrot und Korn – der das Herz stets am rechten Fleck hatte, sparte an diesem Morgen nicht mit dem wohlschmeckenden Gerstensaft als Dankesgabe an alle PPPer. Damals konnte man sich noch der ungelassenen Freude hingeben, ja sogar in der Jahreshauptversammlung der AKG am Samstag, dem 21. Mai 1939 die erste Festlegung für die Session 1939/40 treffen und ankündigen, dass am 11.11.1939 die neue Session in noch größerem Rahmen erfolgen sollte. An diesem Abend konnte auch erstmals ein prächtig gelungener Film des letzten Rosenmontagszuges gezeigt werden. Schon in der ausgezeichneten Festschrift der ältesten Karnevalsgesellschaft „Pütt-Pott-Ploug“, welchen Namen sie seit 1939 trägt, anlässlich der 20-Jahr-Feier im Jahre 1955 hat B. Strätling die Geschichte des Ahlener Karnevals von 1949-1955 dargelegt, so dass diese Ausführungen, kurz zusammengefasst, an dieser Stelle wiedergegeben seien. Im Mai 1939 hatte man noch große Pläne geschmiedet. Doch wenige Monate später brandete der 2. Weltkrieg schon auf. Bis 1945 brauste der Völker mordende Krieg über Europa und unser Vaterland dahin. Viele Ahlener, unter ihnen auch bewährte aktive Mitarbeiter der AKG und treue Karnevalisten, kehrten aus dem Kriege nicht mehr in die Heimatstadt zurück. Auch waren viele durch den Bombenterror in der Heimat zu Tode gekommen. In den Katastrophenjahren von 1945 bis 1949 – nach dem totalen Zusammenbruch – war man froh, sein Leben einigermaßen „fristen“ zu können. Verständlich, dass niemand Lust verspürte, Feste zu feiern. In dieser turbulenten Zeit „feierten“ die Menschen auf ihre Weise, mit Dünnbier, Balkenbrand und Eigenbautabak oder auf Tauschwegen für teures Geld erworbene Waren (Butte, Kaffee, englischen und amerikanischen Zigaretten), die man „kompensiert“ hatte.Die AKG sah keine Veranlassung, ihre Tätigkeit in dieser Zeit innerer und äußerer Not des Hungers und der Beschränkung durch die Besatzungsmächte wieder auf aufzunehmen. Nach der Währungsreform Ende Juli 1948 fand erstmals wieder eine Besprechung statt mit dem Ziel der Eröffnung der ersten Session nach dem 2. Weltkrieg, die dann auch am 12.11.1949 mit Prinz Gerd I. (+) stattfand, dessen Regentschaft bis dahin 11 Jahre gewährt hatte. Innerhalb der AKG traten erstmals Veränderungen ein. Der langjährige Präsident J. Schäfer (+) wurde Ehrenpräsident mit der selbst gewählten Maßgabe, das Präsidentenamt bis zur Wahl eines neuen Präsidenten auszuüben. Um alle Stadtteile karnevalistisch zu durchsetzen, beschloss man die Bildung von Abteilungen in den einzelnen Vierteln, als deren erste die AKG-Abteilung „Grüne Funken-Ost“ Silvester 1949 mit einer Veranstaltung aufwartete. Vorbereitungen für den ersten Nachkriegs-Rosenmontagszug 1950 stoppte der Rat der AKG im Oktober 1949 durch den Beschluss, erst wieder nach Rückkehr aller Kriegsgefangenen aus Russland Karneval zu feiern. In der JHV vom 27.01.1950 wurde der Gastwirt Job Höllmann zum Präsidenten der AKG gewählt, den dann am 11.11.1950 der musizierende Präsident Walter Leuthardt (+) ablöste, der, nachdem er bereits am 26.11.1951 sein amt an den Senator Stegt (+) abgegeben hatte, am 15. Februar 1953 auf einer Dienstfahrt nach Düsseldorf mit dem Motorrad tödlich verunglückte.Präsident Erich Stegt führte das Amt 10 Jahre aus. In diesen zehn Jahren ist die AKG unter seiner Leitung gewachsen, hat in der Bürgerschaft weiteren Boden und zahlreiche neue Freunde gewonnen, ebenso wie an Ansehen in unserer Stadt.Im Jubeljahr 1961 wurde Erich Stegt im Theresienhof zum Stadtprinzen gekürt. Aus gesundheitlichen Gründen nahm er aber das Amt des Präsidenten nicht mehr an. Für ihn übernahm dieses Amt „Schittken“ Brüggemann bis zum Jahre 1963. Im Oktober 1963 wurde in einer Generalversammlung Heinz Langer zum neuen Präsidenten der AKG gewählt. Schon im Jahr nach seiner Wahl zum Präsidenten konnte Heinz Langer das Fernsehen für den Gala-Abend 1964 im Theresienhof gewinnen. Über 800 Närrinnen und Narren kamen zu diesem Abend. Große Verdienste erwarb sich Heinz Langer, da er seine ganze Kraft für den weiteren Aufbau der Gesellschaft einsetzte. Mitten in den Vorbereitungen zum 40-jährigen Jubiläum verstarb Heinz Langer unerwartet und für alle überraschend im Dezember 1975. Sofort nach dem Tod von Heinz Langer übernahm am 07.12.1975 Winfried Brüggemann das Amt des Präsidenten. Er lenkte mit allen Aktien weiterhin die Geschicke der AKG „Pütt-Pott-Ploug“. Im ersten Jahr seiner Amtszeit wurde ein großes Volksfest zur Stadtübernahme auf dem Marktplatz veranstaltet, welches bis heute noch Gültigkeit hat. Bedingt durch die gute Zusammenarbeit mit seinem Vize Heinz Placke konnten einige Meilensteine gesetzt werden: „der große Bierbrunnen auf dem Marktplatz“, „eine Kanone“, die von Heinz Placke gebaut wurde und die in der Lautstärke ihresgleichen sucht. 1980 wurden bei der Stadtübernahme die Stadtväter erstmals zu Wasser, und zwar mit Booten, von der Werseseite angegriffen. 1986 wurde das Rathaus mit einem Hubschrauber erobert. Mit Winfried Brüggemann begann eine neue und bedeutsame Entwicklung in der Gesellschaft. Nach 20-jähriger Amtszeit legte Winfried Brüggemann das Amt des Präsidenten im Jahre 1995 nieder. Sein Nachfolger wurde Udo Hampe.